WAZ: Kinder gehen im Horststadion fröhlich auf Ostereierjagd

Fröhlich und unbekümmert gingen am Karsamstag viele Kinder im Horststadion auf Ostereiersuche. Die Erwachsenen treiben dagegen einige Sorgen um.

Mama, Papa, Oma oder Opa an der einen Hand, ein kleines Körbchen, manchmal auch eine größere Jutetasche in der anderen, marschieren am Vormittag des Karsamstags viele Kinder zielstrebig Richtung Horststadion: 2000 bunte Ostereier warten in den Grünanlagen rings um den Platz an der Gartenstraße darauf, gefunden zu werden.

Schon Stunden vorher hatten Mitglieder des Vereins Arminia Holsterhausen, der Bürgerinitiative für den Erhalt des Horststadions und Pate Horst „Graf Hotte“ Schröder die Eier in dem weitläufigen Rund versteckt. „Wir sind mal mit 300 Eiern angefangen“, lacht Schröder, der sich in diesem Jahr über eine großzügige Zustiftung eines Bochumer Gaststätteninhabers freuen konnte. Viele der Kinder hatten am Morgen schon an einem Turnier der G- und F-Jugend-Mannschaften teilgenommen und stehen nun da in den Trikots ihrer Heimatvereine, gemeinsam mit den anderen Kindern ungeduldig auf den Startschuss für die Eiersuche wartend.

Doch erst mal muss der Osterhase, noch todmüde von der anstrengenden Eiermalerei in der Nacht zuvor, geweckt werden und aus seinem „Bau“ krabbeln. „Osterhase aufwachen!“ schallt es durch das Horststadion. Aber noch nicht laut genug, aus dem Bau ist eindeutiges Schnarchen zu vernehmen. Also legen die Kinder noch mal etliche Dezibel drauf, und da rührt sich etwas: Mit der Blume, dem Bommelschwanz, voran, kommt der Hase, in dessen Kostüm wie immer Graf Hotte steckt, heraus aus dem Bau und gibt die Eiersuche frei. Für die unter Vierjährigen ist eine eigene Fläche abgetrennt, die Älteren können sich rings um den Platz auf die Suche begeben. Und sollte denn jemand tatsächlich leer ausgehen, kann er bei den Mitgliedern der Bürgerinitiative noch Reserve-Eier abholen.

Endgültige Entscheidung noch offen

„Hoffentlich können wir das Eiersuchen noch viele Jahre hier machen“, sagt Horst Schröder, trotz des schönen Wetters und der guten Stimmung etwas bedrückt. Er spielt damit auf die immer noch drohende Schließung des Stadions an: Die Stadt möchte das Gelände als Wohnbaufläche vermarkten, hat eine endgültige Entscheidung darüber aber bis 2020 vertagt (die WAZ berichtete). Das Problem des Vereins: Das Stadion hat einen Ascheplatz; die Anlage eines Kunstrasenplatzes ist von Seiten der Stadt aus finanziellen Gründen nicht geplant – und der Verein selbst kann die Kosten nicht stemmen.

Die Nachteile durch den Ascheplatz machten sich langsam bemerkbar, berichtet Rolf Bremer, Vorsitzender der Bürgerinitiative zum Erhalt des Horststadions: Etliche Jugendliche wanderten zu den Vereinen ab, die auf Kunstrasen spielen: „Allein in Wanne sind in der letzten Zeit drei Kunstrasenplätze gebaut worden“, so Bremer. Das Abwandern der Jugendlichen kommentiert er kritisch: „Ich finde das sehr unbefriedigend. Es ist schade, dass sie den Verein nicht unterstützen. Sie sollten Vorbilder sein.“

Jeden Donnerstag bei den Minis

Keine Sorgen macht er sich dagegen bei den „Kleinen“: Das laufe prima. Was auch Angelika Basan bestätigt. Die junge Mutter ist mit ihrem Sohn Lean zum Ostereiersuchen gekommen. Und nicht nur das: Jeden Donnerstag sind sie beim Training der Minis. Mit seinen eineinhalb Jahren kann Lean zwar noch nicht mitmachen, aber zuschauen, das geht schon. Die anderen Kinder kümmerten sich auch immer um Lean, und sie fühlten sich sehr wohl bei der Arminia im Horststadion, sagt Angelika Basan. „Die Leute hier sind so herzlich und lieb und geben sich immer so große Mühe – das wäre ein großer Verlust und richtig schade, wenn das Stadion geschlossen würde“, sagt sie.

Die Bürgerinitiative will jedenfalls weiter kämpfen: „Wir geben nicht auf“, sind sich Horst Schröder und Rolf Bremer einig.

KONSTANT ZWISCHEN 240 UND 250 MITGLIEDER

  • Die Bürgerinitiative (BI)Horststadion gründete sich, nachdem die WAZ über das mögliche Aus für die Anlage berichtet hatte.
  • Mittlerweile gehören ihr konstant zwischen 240 und 250 Mitglieder an.
  • Die Anlage wird nicht nur vom Verein Arminia Holsterhausen selbst genutzt, sondern auch von drei Schulen aus dem Umfeld (Horstschule, Sonnenschule und Erich-Fried-Gesamtschule), die dort ihren Schulsport absolvieren.
  • Außerdem steht das Stadion für verschiedene Gruppenangebote offen.
  • BI-Vorsitzender Rolf Bremer drängt darauf, dass die Stadt die Hängepartie um das Horststadion dadurch beendet, dass sie noch vor den nächsten Kommunalwahlen Mittel für das Jahr 2021 in den kommunalen Haushalt einstellt.

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