WAZ vom 21.6.2019: Horststadion in Herne-Holsterhausen soll erhalten bleiben

Das Horststadion war ein größer diskutiertes Thema im Herner Sportausschuss. Anlass war ein Antrag der Linken, um "Nägel mit Köpfen" zu machen.

Corinna Schönwetter biss im Herner Sportausschuss auf Granit. Die Kommunalpolitikerin der Linken hatte für ihre Fraktion den Beschlussvorschlag eingebracht, der Ausschuss solle empfehlen, den Bau eines Kunstrasenspielfeldes und die Renovierung der Laufbahn im Horststadion in der politischen Beratung festzuzurren.

Damit, so Schönwetter, solle aus Absichtserklärungen der SPD und CDU, die im Europawahlkampf gefallen seien, „Nägel mit Köpfen“ werden – „bisher haben wir uns im Sportausschuss zur Zukunft des Horststadions ja keine Meinung gebildet.“ Der Vorschlag wurde mehrheitlich abgelehnt, bei einer Ja-Stimme von Corinna Schönwetter.

„Unwahrheiten, fehlende Weitsicht und Populismus“

SPD und CDU begründeten ihr Votum unter anderem mit „Unwahrheiten in der Vorlage“. So sei „nie ein Beschluss gefasst worden, das Horststadion zu schließen“, ärgerte sich Hendrik Bollmann (SPD). Und Horst Severin (CDU) monierte, dass dies „ein populistischer Vorschlag ohne Sinn, Verstand und Weitsicht“ sei: „Wir müssen doch erst einmal den Haushalt für 2020 abwarten.“

Die beiden sportpolitischen Sprecher betonten in der Diskussion, dass sie mit Nachdruck zu ihren Absichtserklärungen, das Stadion in Holsterhausen zu erhalten, „stehen“ - aber der parlamentarische Weg dafür müsse erst geebnet werden. Und zwar, so der Ausschussvorsitzende Kai Gera auf WAZ-Nachfrage, „nach der Einbringung des städtischen Haushaltes für 2020, die im August geplant ist. Dann werden wir in der Sportpolitik auch etwas zur Zukunft des Horststadions sagen können“. Und, so Gera weiter: „Über 320.000 Euro stehen dafür bereits seit Jahren im Haushalt.“

Umbauten des Ascheplatzes an der Schaeferstraße haben begonnen

Mehrere Schritte weiter ist die Sportverwaltung an der Schaeferstraße. Dort haben die Umbauten des Aschenplatzes in eine Kunstrasenanlage begonnen. Der Sportausschuss genehmigte am Mittwochabend einen Zuschuss von 113.000 Euro, den die Vereine ESV Herne und FC Herne 57, der seine „Hippenwiese“ bekanntlich aufgeben muss, in ihre neuen Sozialgebäude stecken können.

Insgesamt werden auf der Anlage zehn Container aufgestellt, fünf für die „Kraken“, vier für den ESV, einer wird als gemeinsamer Lagerraum genutzt. Alle Container sollen nach dem Aufbau sofort nutzbar sein, jeder Verein erhält für die Innenausstattung einen Zuschuss über 5.000 Euro, der in den 113.000 Euro enthalten ist.

Jörg Kämper, Leiter des Fachbereichs Sport: „Der ESV bekommt einen Container weniger, da er bereits über ein festes Vereinsheim auf dem Sportplatz verfügt.“ Die zurzeit auf der Anlage stehenden Container seien, so Kämper, stark verrottet und würden beim Umsetzen „höchstwahrscheinlich auseinanderbrechen. Eine weitere Nutzung ist daher aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich.“

Heizungs- und Duschanlage im Stadion am Schloss repariert

Geld erhält auch der SC Westfalia Herne – allerdings weitaus weniger. Im Stadion am Schloss streikte in der Winterzeit der „viel zu kleine“ Heizkessel und sorgte für kaltes Wasser unter den Duschen, worüber sich unter anderem auch Gastmannschaften (!) beklagten.

Geschuldet war die fehlende wohlige Wärme der starken Frequentierung durch die Jugendmannschaften des SCW, die von der Forellstraße ins Stadion umgezogen sind, und den Hockeyclub. Die Westfalia ließ daraufhin durch eine Fachfirma die komplette Heizungs- und Duschanlage reparieren. Die Rechnung übernimmt die Stadt und zahlt, gemäß ihren Richtlinien, die Hälfte oder besser gesagt 2.220 Euro.

Finanziell in die Röhre schaut der Fußball-Oberligist dagegen bei der Sanierung der maroden Tribüne. Sportdezernent Johannes Chudziak teilte dies dem Sportausschuss jetzt auch offiziell mit: „Die Angebote auf unsere Ausschreibung lagen 50 Prozent über den Kosten, die wir erwartet hatten.“ Im neuen Jahr wolle man aber einen neuen Anlauf wagen.

Neue Kunstrasenplätze werden mit Sand verfüllt

Das Thema „Mikroplastik als Füllmaterial auf Kunstrasenplätzen“ hat die Stadt Herne nach eigenen Angaben im Griff. Die beiden neuen Anlagen, Stadion-Nebenplatz in Wanne-Süd und Schaeferstraße, werden mit Sand verfüllt. „Damit haben wir schon an der Emscherstraße und an der Wilhelmstraße sehr gute Erfahrungen gemacht“, so Rüdiger Döring, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Sport.

Zudem sei ein sandverfüllter Kunststoffrasen auch etwas preiswerter als der mit Granulat – die eingesparte Summe könne zum Beispiel für eine Beregnungsanlage eingeplant werden. Möglicherweise das Granulat künstlicher Spielflächen zu ersetzen - die EU plant in zwei bis drei Jahren ein entsprechendes Verbot für Mikroplastik als Füllmaterial - würde übrigens zwischen 40.000 und 50.000 Euro pro Platz kosten, erfuhr Hendrik Bollmann (SDP) auf seine Anfrage im Sportausschuss.

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