WAZ vom 27.8.2020: "Horststadion: bald fliegt das Football-Ei"

Sportstätte in Holsterhausen soll für ca. 920.000 Euro aufgemöbelt werden. American Footballer der Black Barons erhalten eine neue Heimat. Sportausschuss fordert ein Parkraumkonzept.

Das Horststadion an der Gartenstraße in Holsterhausen soll bis September 2021 für ca. 920.000 Euro komplett modernisiert werden. Auf dem Kunstrasen soll dann nicht nur mit dem Fußball gespielt werden, sondern auch mit dem Football-Ei. Die American Footballer der Herner Black Barons ziehen als neuer Mieter ins Stadion ein. Auch der Schulsport profitiert von den Plänen, die unter anderem eine kleine Tartanbahn vorsehen.

Sondersitzung für ein hochkarätiges Thema

Der Sportausschuss fasste am Mittwochnachmittag einstimmig den Beschluss zur Modernisierung, final entscheiden wird die Bezirksvertretung Herne-Mitte am Donnerstag (27.8.).

Ein "hochkarätiges Thema" nannte der Ausschussvorsitzende Kai Gera (SPD) den Anlass der Sondersitzung. Johannes Chudziak, Sportdezernent der Stadt Herne, erklärte die Eile: "Wir wollen noch in diesem Jahr den Auftrag vergeben. Hätten wir bis nach den Kommunalwahlen gewartet, wäre ein Beschluss frühestens im November möglich gewesen."

Die Parteien wie auch der Stadtsportbund begrüßten die vom Ingenieurbüro Schmidt (Lennestadt) vorgestellten Planungen. Hendrik Bollmann (SPD): "Die neue Anlage ist nicht nur vom Fußball und dem Schulsport nutzbar, sondern gibt auch den aufstrebenden American Footballern Platz und Raum."

Er und auch Horst Severin (CDU) fragten aber gleichzeitig nach einem Parkraumkonzept, denn sowohl an der Garten- als auch an der Horststraße gebe es jetzt schon kaum Abstellmöglichkeiten.

"Da sehen wir dringenden Handlungsbedarf", so Severin. Diesen sieht auch die Sportverwaltung, die für ein Parkraumkonzept sowohl die Spvg. Arminia Holsterhausen als auch die Black Barons mit ins Boot holen will.

Rüdiger Döring, stellvertretender Leiter im Fachbereich Sport: "Wir haben mit den Vereinen gesprochen. Sie wissen, was auf sie zukommt." Angedacht sei, die Parkplätze von Decathlon an der Holsterhauser Straße oder vom Penny-Markt an der Bielefelder Straße zu nutzen.

Umkleidegebäude sollen im zweiten Schritt folgen

Dass neben dem Konzept für die Parkplätze auch noch keine Planungen für Umkleiden vorgelegt wurden, sei, so Döring, "der finanziellen Situation geschuldet. Wir wollen erst die Sportstätte fit machen, dann die Gebäude, die zudem in einem noch zufriedenstellenden Zustand sind."

Auch hier setzt die Verwaltung auf den Doppelpass mit den Vereinen: "Sie wollen sich selbst einbringen, zum Beispiel beim Bau eines Vereinsheimes. Dabei können wir sie dann unterstützen."

Neben den Sportvereinen ist auch der Schulsport ein Gewinner der Modernisierung, für die, so hieß es am Mittwoch, kein einziger der dort stehenden Bäume geopfert werden soll. Sport auf dem Stundenplan haben die Horst- und Sonnenschule, die Hiberniaschule, die Schule am Schwalbenweg sowie die Erich-Fried-Gesamtschule, die demnächst sogar einen Sport-Leistungskurs anbieten will.

Skizze: Umbau des Horststadions

Erste Bagger könnten im Mai rollen - Horstadion: Planung, Kosten, Zeitfenster

Die Planungen: Das Spielfeld erhält einen mit Kork-Sand verfüllten Kunstrasen, der für Senioren- und Jugendfußballer sowie für die American Footballer markiert wird. Ein Kleinspielfeld (22 x 12 Meter) sowie die Umrüstung der Trainingsbeleuchtung auf LED-Technik sind ebenfall vorgesehen. Die Leichtathleten können sich auf eine Kurzstreckenlaufbahn mit drei Tartan-Bahnen, eine sich daran anschließende Weitsprunggrube sowie eine neue Kugelstoßanlage freuen. Mittelstreckenläufe, zum Beispiel für den Schulsport, seien, so die Verwaltung, auf dem neuen Großspielfeld möglich, mit angedeuteten Markierungen. Die bisherige Laufbahn im nördlich Teil des Stadions wird begrünt.

Die Kosten: Auf etwa 920.000 Euro schätzt die Stadt die Umbaukosten, entsprechende Haushaltsmittel stünden im Budget des Fachbereichs Sport zur Verfügung.

Der Zeitplan: Noch in diesem Jahr soll der Bauantrag eingereicht werden. Wird er genehmigt, soll spätestens bis April 2021 der Auftrag vergeben werden. Erste Bagger könnten dann im Mai 2021 anrücken, die Verwaltung rechnet mit einer Umbauzeit von ca. viereinhalb Monaten.

BI kämpfte für Erhalt und Umbau

Vor gut 90 Jahren wurde das Horststadion eröffnet, damals noch mit echtem Rasen für die Fußballer, zwei Volleyballfeldern und Weitsprunggruben. Der Zahn der Zeit nagte aber nicht nur am Naturrasen, der sich nach und nach verabschiedete, sondern auch am Umfeld des Stadions.

So wurde die gesamte Anlage 1985 in einen reinen Aschenplatz umgebaut.

Im März 2017 gründete sich eine Bürgerinitiative, die zuerst vehement für den Erhalt und dann für den Umbau des Horststadions kämpfte.

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Der komplette Artikel inklusive Bildmaterial kann über WAZplus abgerufen werden.

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