Horststadion - Das Holsterhauser Herz im Lauf der Jahrzehnte

Das Horststadion ist nicht nur heute wichtig für die Holsterhauser Bevölkerung , sondern war schon von Beginn an ein wichtiger Mittelpunkt Holsterhausens. Neben historischen Daten gibt es auch bemerkenswerte Ereignisse aus der langen Geschichte des Stadions zu berichten.

Namensgebung

Die Namensgebung des Stadions ist auf die Lage in Nähe der Horststraße zurückzuführen. Der dortige Kleingartenverein, direkt neben dem Stadion gelegen, trägt auch den Namen „Op de Horst“. Der Verein konnte 1934 das Grabeland als Kleingartenanlage übernehmen.

Die Benennung der Horststraße erfolgte am 16.4.1903 und geht auf die alte Gewannbezeichnung „auf der Horst“ in der Gemeinde Holsterhausen, Flur II, genannt Eszmann, zurück. Mit „Horst“ bezeichnete man Gebüsch oder Gestrüpp, das nach der Holzung eines Waldes übrigblieb oder aus den Wurzelstöcken ausschlug. Demnach lag hier ein abgeholztes Waldgebiet. (Quelle: Protokollbuch der Gemeindevertretung Holsterhausen 1902-1910, Blatt 4, TOP 5k).

Das Grundstück

Das Grundstück des jetzigen Horststadions gehörte 1907 noch Friedrich Wilhelm Dingelbauer, genannt „Zurnieden“. Er wird in den Unterlagen des Katasteramtes auch als „Landvogt zu Holsterhausen“ geführt. In der nächsten Eintragung 1933 wird schon die Stadt Wanne-Eickel als Grundstückseigentümer angeführt. Wann ein Kauf, Tausch oder eine andere Transaktion stattfand, konnte nicht in Erfahrung gebracht werden.
Die Einweihung des Horststadions erfolgte im Jahr 1930 gleichzeitig mit dem Fest der Fahnenweihe des „TuS Holsterhausen 1928“. Rund 1500 Turner und Turnerinnen kämpften an diesem Tag um den grünen Eichenkranz.

Baumpflanzung zur Stadioneröffnung

Oberstudienrat Karl Wigge, damals Vorsitzender des Stadtverbandes für Leibesübungen, pflanzte zur Stadioneröffnung eine Roteiche in der Nähe des heutigen Jugendvereinsheims. Heute hat dieser wunderschöne Baum nicht nur eine riesige Krone sondern ist mit 3,50 m Umfang und einem Durchmesser von 1,60 m auch der älteste und imposanteste Baum im Horststadion.

Nutzung des Horststadions im Zeitverlauf

Das Horststadion wurde in den nächsten Jahren hauptsächlich für Leichtathletik und Feldhandball genutzt. Außer dem TuS Holsterhausen unterhielt auch der Verein „DJK Arminia Holsterhausen“ neben dem Fußball eine Handball- und Leichtathletikabteilung. Dass Holsterhausen damals die Handballhochburg von Wanne-Eickel war, belegen auch die Handballabteilungen der Vereine „TV Jahn Holsterhausen“ und „Unitas Holsterhausen“.

Die Fußballer von Arminia spielten zunächst nach der Gründung 1911 im „Kuhkamp“, gelegen in der heutigen Gartenstadt. Das Gelände hatte Graf Nesselrode-Reichenstein zu Verfügung gestellt. Nach dem 1. Weltkrieg wurde der Kuhkamp immer weiter bebaut, so dass in Eigenhilfe ein neuer Platz in Höhe Holsterhauser / Dorstener Str. (Eckkneipe "Lansing") angelegt wurde. Später wurde dann auch das Horststadion Arminen-Heimat.

Nach dem 2. Weltkrieg war wieder die Eigeninitiative zahlreicher Sportler gefragt. Alles, was mit Spaten und Hacke umgehen konnte, machte sich daran, die zahlreichen Bombentrichter auf dem Horststadion einzuebnen. Bei einem der ersten Handballspiele, die wieder im Stadion stattfanden, unterbrach die Polizei das Spiel, weil der Sportplatz dazu benutzt werden sollte, eine 5-Zentner-Bombe zu sprengen.

In den folgenden Jahren konnten viele sportliche Erfolge im Feldhandball, Fußball und in der Leichtathletik gefeiert werden.

Wer kann sich noch an folgende Ereignisse erinnern?

1949

1949 qualifizierte sich die Jugend des TuS Holsterhausen für die Deutsche Handball-Jugendmeisterschaft in Braunschweig. Den 11:7 Sieg gegen Rot-Weiß Oberhausen im Horststadion sahen für ein Jugendspiel sensationelle 3000 Zuschauer.

 

1950

1950 rammte der Holsterhauser Werner Isaak im Horststadion 2 Pfähle hinter dem Tor in den Boden, spannte ein selbst zusammengebasteltes Netz dazwischen, packte einen Ball aus und erklärte ein Spiel, das bis dahin noch keiner in dieser Gegend kannte. Beim ersten Spiel im Horststadion wusste niemand, dass das Spiel später als Volleyball weltbekannt wurde. Die nach dem Ball springenden und hechtenden Spieler zogen auch sofort Publikum an, das die neuartigen Bewegungen aber eher belustigend fand. 1953 gründete TuS Holsterhausen seine Volleyballabteilung, die viele Jahre erfolgreich diesen Sport betrieb.

1952

Am 18. Mai 1952 fand bei gutem Wetter der Bahnrenntag des „Radsportclub Adler Holsterhausen“ im Horststadion statt. Über 2000 Wanne-Eickeler verfolgten interessiert die einzelnen Rennen. Ein „Einlagerennen“ füllte die Pause bis zum Mannschaftsfahren. Das Holsterhauser Gespann Horst Wischinski / Fritz Jostmeier hatte große Mühe, den kleinen Werner Scharpwinkel nicht zu überfahren, der stolz mit seinem Rädchen eine Ehrenrunde drehte. Er erhielt sogar Blumen und viel Beifall vom Publikum.

 

 

Im Hauptrennen waren zehn Mannschaften am Start. 125 Runden (50 km) mussten gefahren werden. Der Holsterhauser Wischinski und sein Mannschaftskollege Zeppenfeld aus Buer konnten nach packendem Kampf das Rennen schließlich mit einer Runde Vorsprung nach einer Stunde und 27 Minuten gewinnen.

Im Fliegerrennen, für das sich Horst Wischinski ebenfalls qualifiziert hatte, belegte er knapp hinter dem Bochumer Porschmann den 2. Platz.
Glücklicherweise gab es am gesamten Renntag nur einen richtigen Sturz und mehrere kleine Karambolagen. Das Foto zeigt den Zuschaueransturm im Horststadion beim Bahnrenntag des Radsportclub Adler Holsterhausen.

1954

1954 stieg die erste Mannschaft des TuS Holsterhausen in die Handball-Oberliga auf.

 

1971

1971 gelang es dem Vorstand von Blau-Gelb Holsterhausen, Pitter Danzberg, den ehemaligen Bundesligaprofi vom MSV Duisburg und Bayern München, als Trainer zu verpflichten.

 

 

Im gleichen Jahr stieg Arminia GEA Wanne in die Bezirksliga auf und konnte diese Klasse auch bis 1979 halten.

 

1984

1984 beschloss die Stadt Herne, den Rasen des Horststadions  gegen rote Asche auszutauschen. Seitdem müssen alle Sportler mit der ungeliebten Asche leben, im Sommer Staub schlucken und im Winter auf gefrorenem Boden oder im Matsch spielen.

1999

1999 besiegte Arminia GEA Wanne als Tabellenachter der Kreisliga A  im Horststadion den Verbandsliga-Spitzenreiter Westfalia Herne nach Verlängerung und Elfmeterschießen im Kreispokal-Viertelfinale mit 7:5.

2001

2001 fusionieren Blau-Gelb Holsterhausen und Arminia GEA Wanne zur Spvg. Arminia Holsterhausen.

2011

2011  konnte die Spvg. Arminia Holsterhausen ihr 100-jähriges Jubiläum feiern. Im Rahmen einer Patenschaft erfolgte die vereinsinterne Erweiterung des Stadionnamens in „Graf Hotte Horststadion“ Ebenfalls konnte wieder das Viertelfinale in Kreispokal erreicht werden. Nun war der Westfalenligist DSC Wanne-Eickel der Gegner. Das Horststadion erlebte wieder einen packenden Pokalkampf in dem der haushohe Favorit erst 4 Minuten vor Schluss der Verlängerung den Ausgleich erzielte und dann glücklich das Elfmeterschießen mit 6:5 gewann.

2016/17

Da 2016/17 bekannt wurde, dass die Stadt Herne plante, das Horststadion aufzugeben, um Wohnbebauung zu ermöglichen, gründete sich die „Bürgerinitiative Horststadion Holsterhausen“ . Sie setzt sich seitdem für den Erhalt und die zeitgemäße Modernisierung des Stadions ein, um weiterhin Vereins- und Schulsport zu sichern und um den intakten Holsterhauser Grüngürtel für Mensch und Natur zu erhalten.